Liebe N.S.
Auf Ihre nachstehenden Fragen antworte ich gerne im Rahmen der "Tagesnotizen", da unser Austausch vielleicht auch andere Leser interessiert:
Wir behandeln in BWL die Ziele der Unternehmen. Ihre These dazu finde ich hochinteressant, nach welcher bei der Zielsetzung der Dienst an der Gesellschaft an erster Stelle stehen soll – und nicht die maximale Gewinnerzielung. Wenn das Wohl und der Dienst an der Gesellschaft im Mittelpunkt des Handelns stehen, sei Gewinnerzielung eine natürliche Begleiterscheinung.
Im Artikel wird erklärt, dass die heutige Wirtschaft immer aus einem Gefühl des Mangels oder aus einer Angst heraus funktioniere. Die Probleme würden meistens nur auf der Geldebene betrachtet und nicht auf der Sinnebene. Dort liege die Existenzberechtigung einer Firma.
Meine Fragen:
Sind Sie also der Auffassung, dass eine Firma nur dann existenzberechtigt ist, wenn deren Bestehen für die Gesellschaft einen Sinn ergibt? Ist dies nicht eine subjektive Frage, ob etwas sinnvoll ist? Können Sie mir ein Beispiel für eine nicht „existenzberechtigte“ Firma nennen?
Als Beispiel für diese These, sogar als „Paradebeispiel“, nennen Sie die Swiss. Ich habe allerdings Mühe, die Swiss damit in Verbindung zu sehen (meinen Sie damit die Swissair)?
Was hat die Firma Ihrer Meinung nach falsch gemacht?
Unternehmerische Begeisterung und Kompetenz machen die Einzigartigkeit eines Unernehmens aus. Dort, wo sich diese Einzigartigkeit mit dem Dienst an der Gesellschaft trifft, entsteht Sinn, wie ich ihn verstehe. Bewusst gelebter Unternehmenssinn zieht Menschen - Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Partner - an, die mit dem Unternehmen in Resonanz stehen. Deshalb verstehe ich einen über den Dienst am Kunden hinausreichenden Unternehmenssinn als Existenzgrundlage - spitzer gesagt: Existenzberechtigung.
Nach dem Zusammenbruch der Swissair ging es Wirtschaft und Politik unbedingt darum, eine Schweizerische Fluggesellschaft zu erhalten: Die Swiss wurde unter Einsatz von einigen hundert Millionen gegründet. Da die Sinnfrage nicht über diesen nebulösen Wunsch hinaus geklärt war, entwarf ein trendiger Designer das Bild einer exklusiven High-Quality-Airline, während sich gleichzeitig das Management bemühte, die Auslastung mit Billigangeboten zu erhöhen und wo immer möglich Kosten zu sparen. Die unterschiedliche Unternehmenskultur der verschmolzenen Ursprungsfirmen - Crossair und Swissair - sorgte für ständige, dem Qualitätsimage abträgliche Konflikte. Das Experiment einer selbständigen Swiss scheiterte, wohl weil die einfache Frage "Wozu braucht es uns?" nie hinreichend geklärt worden war. Übrigens: Am Beispiel der Billigfliegerei lässt sich auch zeigen, dass - bei Einbezug der ökologischen Perspektive - der Dienst am Kunden nicht unbedingt auch für die Gesellschaft zuträglich ist. Hier stellt sich die Frage nach der Existenzberechtigung dieses ganzen Geschäftsmodells.
Die Frage "Wofür steht unser Unternehmen?" stellte auch eine Bekannte, als sie in den späten neunziger Jahren in verantwortlicher Stellung in den Bereich Human Ressources einer Schweizer Grossbank eintrat. "Schtütz mache, dänk, oder?" war tatsächlich die Antwort, die sie von ihrem Vorgesetzten erhielt. Heute, nach dem Finanzkrach, ist in den Zeitungen zu lesen, dass ein Kippen des US Finanzsytems auch für unser Land katastrophal wäre, weil die Banken ihrer Aufgabe, die Wirtschaft - insbesondere im Investitions- und Baubereich - mit Liquidität zu versorgen, nicht mehr nachkommen könnten. Frage: Was haben Unternehmensziele wie Milliardengewinne oder der Aufstieg in der Rangliste der Grössten oder die Steigerung der Eigenkapitalrendite auf 25% und mehr mit einem auf das gesellschaftliche Wohl ausgerichteten Unternehmenssinn zu tun? Wie lange wird unsere Gesellschaft noch jene bewundern, die so viel wie möglich nehmen und möglichst wenig geben?
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2. Oktober 2008
Unernehmensziel: Dienst an der Gesellschaft
18. Mai 2008
Gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen
In der NZZ vom Wochenende ist ein interessanter Artikel des Philosophen Otfried Höffe erschienen. Der Titel - möglicherweise von der Redaktion gesetzt - "Soziale Verantwortung zahlt sich für Unternehmen aus" und, vor allem, das Bild der beiden Clintons bei der Arbeit in einer Gassenküche wecken in mir allerdings zwiespältige Assoziationen; es kann nicht darum gehen, den äusseren Schein sozialer Verantwortung zur Gewinnsteigerung einzusetzen. Womit nicht gesagt sein soll, dass eine dem Respekt für die Schöpfung entspringende und als eigener Beitrag zum Wohl der Gesellschaft gelebte unternehmerische Verantwortung dem geschäftlichen Erfolg entgegenstehe. Im Gegenteil, wie ich aus eigener Erfahrung weiss; jedoch viel mehr als Resultat auf das Gemeinwohl ausgerichteten wirtschaftlichen Handelns, denn als prioritärer Unternehmenszweck.
Was mir am Artikel gefällt, ist der Versuch einer Übertragung der Selbstverpflichtung in Form des hippokratischen Eids, wie ihn die Ärzteschaft seit jeher kennt, auf die Verantwortung der unternehmerischen Entscheidungsträger. Das erste Gebot hiesse dementsprechend:
"Das Wohlergehen deines Unternehmens sei dein höchstes Gesetz". Dem würde sich das zweite Gebot anschliessen: "Du sollst auf keinen Fall dem Unternehmen schaden." Und weiter das dritte "Du sollst die Hoheit der Eigentümer wahren, den Bestand und die dauerhafte Rentabilität deines Unternehmens sichern, die Rechte und Würde der Mitarbeitenden achten, Verantwortung für die gesellschaftlichen und ökologischen Konsequenzen des unternehmerischen Handelns übernehmen und das Unternehmen nur in ehrlichen und transparenten Transaktionen engagieren."
Das dritte Gebot, das ich bereits in freier Formulierung angepasst habe, wäre - speziell im Hinblick auf die Verantwortung für die gesellschaftlichen und ökologischen Konsequenzen unternehmerischen Handelns - sehr genau anzusehen. Aus einer von den eigenen Interessen und Ängsten ungetrübten Sicht auf die globalen Zusammenhänge, womit wir einmal mehr wieder bei der Verankerung des verantwortlichen Weltbürgers in einer spirituellen Aufgehobenheit wären. Ich sehe sie als Vorbedingung für weltbezogenes, von den vitalen Impulsen und den durch sie ausgelösten Emotionen freies Fühlen, Denken und Handeln.
Was mir am Artikel gefällt, ist der Versuch einer Übertragung der Selbstverpflichtung in Form des hippokratischen Eids, wie ihn die Ärzteschaft seit jeher kennt, auf die Verantwortung der unternehmerischen Entscheidungsträger. Das erste Gebot hiesse dementsprechend:
"Das Wohlergehen deines Unternehmens sei dein höchstes Gesetz". Dem würde sich das zweite Gebot anschliessen: "Du sollst auf keinen Fall dem Unternehmen schaden." Und weiter das dritte "Du sollst die Hoheit der Eigentümer wahren, den Bestand und die dauerhafte Rentabilität deines Unternehmens sichern, die Rechte und Würde der Mitarbeitenden achten, Verantwortung für die gesellschaftlichen und ökologischen Konsequenzen des unternehmerischen Handelns übernehmen und das Unternehmen nur in ehrlichen und transparenten Transaktionen engagieren."
Das dritte Gebot, das ich bereits in freier Formulierung angepasst habe, wäre - speziell im Hinblick auf die Verantwortung für die gesellschaftlichen und ökologischen Konsequenzen unternehmerischen Handelns - sehr genau anzusehen. Aus einer von den eigenen Interessen und Ängsten ungetrübten Sicht auf die globalen Zusammenhänge, womit wir einmal mehr wieder bei der Verankerung des verantwortlichen Weltbürgers in einer spirituellen Aufgehobenheit wären. Ich sehe sie als Vorbedingung für weltbezogenes, von den vitalen Impulsen und den durch sie ausgelösten Emotionen freies Fühlen, Denken und Handeln.
22. März 2008
> Leading from the future as it emerges
Synchronizität: Kurz nach meinem letzten Eintrag (19. März 2008) zum Thema “Ent-scheiden" aus verschiedenen Bewusstseinsebenen, bin ich auf eine sehr schöne Beschreibung schöpferischen Handelns aus der gegenwärtigen Verbundenheit mit dem Feld der emergierenden Zukunft gestossen. Dies im neuen Buch „Theory U“ des am MIT in Boston wirkenden deutschen Organisationsentwicklers Otto C. Scharmer: eine inspirierende Anleitung zur Kreativität aus dem schöpferischen Urgrund - zum Wohle des Ganzen, praktische Spiritualität ohne jeden Weihrauch.
(Theory U. Leading from the Future as it Emerges. Cambridge, Mass., USA, 2007)
To deal with the enormous institutional challenges of our time, organizations and larger Systems need to embrace and activate a superior governance mechanism: seeing and operating from presencing the emerging whole.
• Think of a master educator who looks at her Student, who is at one with her and the presence of her highest future potential, and then acts very quickly in ways that help the Student to progress on her journey of realizing that Potential.
• Or think of a farmer who takes a walk in his field on Sunday and who uses that as a mechanism to establish a direct connection to the living presence of his fields and then tries to tune into what that living ecosystem wants him to do next.
• Think of a physician who takes into account not only the technical-scientific aspects of her patient-physician relationships, but also the deeper mental, social, and spiritual layers of those relationships, connecting to the authentic presence of each patient’s self, and then starts to act from that, trying to be in service of that authentic self.
• Think of leaders who, like Mahatma Gandhi or Nelson Mandela, have operated by connecting with a much larger collective field and who through their actions began operating from the presence of that collective field, serving as a vehicle for the best future possibility of that field to come into being.
• All of these examples are performed by individuals. But the fundamental challenge of our time is to learn to do exactly the same thing: operate from the presence of the evolving whole - collectively, not just individually. Almost all of the major challenges of our time require us to operate this way. Yet we haven’t yet learned how to do it.
(Theory U. Leading from the Future as it Emerges. Cambridge, Mass., USA, 2007)
To deal with the enormous institutional challenges of our time, organizations and larger Systems need to embrace and activate a superior governance mechanism: seeing and operating from presencing the emerging whole.
• Think of a master educator who looks at her Student, who is at one with her and the presence of her highest future potential, and then acts very quickly in ways that help the Student to progress on her journey of realizing that Potential.
• Or think of a farmer who takes a walk in his field on Sunday and who uses that as a mechanism to establish a direct connection to the living presence of his fields and then tries to tune into what that living ecosystem wants him to do next.
• Think of a physician who takes into account not only the technical-scientific aspects of her patient-physician relationships, but also the deeper mental, social, and spiritual layers of those relationships, connecting to the authentic presence of each patient’s self, and then starts to act from that, trying to be in service of that authentic self.
• Think of leaders who, like Mahatma Gandhi or Nelson Mandela, have operated by connecting with a much larger collective field and who through their actions began operating from the presence of that collective field, serving as a vehicle for the best future possibility of that field to come into being.
• All of these examples are performed by individuals. But the fundamental challenge of our time is to learn to do exactly the same thing: operate from the presence of the evolving whole - collectively, not just individually. Almost all of the major challenges of our time require us to operate this way. Yet we haven’t yet learned how to do it.
4. Februar 2008
> Blick aus der Ferne
Auch in Kolengode, einem abgelegenen Staedtchen im Osten Keralas, dringen die Nachrichten recht schnell durch. Dank den indischen Zeitungen, einerseits, aber auch durch den dreimal taeglich auf meinem Blackberry eintreffenden Newsletter des Tagesanzeigers. So komme ich dazu, an diesem wunderbaren Ort auch ueber sehr weltliche Aspekte nachzudenken:
Google publiziert fuer 2007 einen markant angestiegenen Umsatz und einen um 15% erhoehten Gewinn; und doch stuerzt der Aktienkurs ab um fast 10 Prozent. Die Finanzanalysten haben offensichtlich noch mehr erwartet und die Kurse bereits im voraus entsprechend steigen lassen. Nun fallen sie wieder.
Erfolgreiche Unternehmen geraten durch die Erwartung ewigen Wachstums in die Versuchung, ihre Akteinkurse durch optimistische Prognosen zu steigern und schaffen sich so den Druck, die geweckten Erwartungen um jeden Preis erfuellen zu muessen. Erfolgsserien sind gefaherlich, denn sie treiben die Erwartung, dass die Gewinner noch immer mehr Gewinn schaffen erbarmungslos an. Verwaltungsrat und Management sind in diesem Spiel jedoch nicht nur die Opfer der Finanzspezialisten und Spekulanten: in der Hoffnung auf noch hoehere Bonuszahlungen treiben sie vielerorts das Spiel wacker mit an und auf die Spitze.
Einmal auf den Geschmack des quellenden Geldflusses gekommen, liegt die Versuchung nah, das Geschaeftsvolumen, gelte es was es wolle, weiter aufzublaehen. Die Risiken und Nebenfolgen treten dabei in den Hintergrund.
So kam es, nicht nur bei der UBS, zu Fehlspekulationen, die bei nuechterner Betrachtungsweise niemals haetten auftreten koennen. Seit Monaten, wenn nicht seit Jahren wurde in der Presse auf die wachsenden Risiken der zu hohen Hypothekarbelastungen von Millionen Liegenschaften in den USA hingewiesen; vor allem auf die Tatsache, dass die Zins- und Amortisationszahlungen seitens der Hausbesitzer im Falle einer Zinserhoehung gefaehrdet sein wuerden, und dass dann eine Lawine von Zahlungsunfaehigkeit und Preiszusammenbruechen die Folge waere. Obwohl auch die Zinserhoehungen seit laengerer Zeit zu erwarten waren, wurden nicht nur weiter in unverantwortlicher Weise Hypotheken gewaehrt; Grossbanken wie die UBS, investierten in so hohem Ausmass in gefaehrdete Schuldzertifikate, dass beim schliesslich eintretenden Erdbeben Milliardenverluste entstanden. Sie werden nun von den Aktionaeren bezahlt; in Form von Kursverlusten und durch die Verduennung des Substanzwerts als Folge der neu ausgegebenen Aktien. Zu den indirekten Aktionaeren gehoeren alle Versicherten der Vorsorgewerke, die Aktien der UBS in ihren Portfolios fuehren – und das duerfte die Mehrzahl der erwerbstaetigen Bevoelkerung sein.
Die oeffentliche Meinung erwartet im Falle der UBS, dass fuer 2007 die Bonuszahlungen an Verwaltungsrat und Management ausfallen wuerden. Das ist allerdings keineswegs sicher und wird moeglicherweise fuer die Aktionaere auch nicht im Detail nachvollziehbar sein. Umso stossender empfinde ich die Aeusserung eines Chefbeamten des Zuercher Steueramts, der – im Hinblick auf die Steuereinnahmen – hofft, dass nach dem Ausfall eines steuerbaren Gewinns nicht auch noch die Boni gekuerzt werden.
Was muss wohl geschehen, bis sich ein gesellschaftlicher Konsen durchsetzt, dass finanzielle Vorteile nicht zulasten Anderer erzielt werden duerfen und ruecksichtsloses Eigennutzdenke gesellschaftlich geaechtet wird: mit den entsprechenden Gesetzgeberischen Konsequenzen.
Google publiziert fuer 2007 einen markant angestiegenen Umsatz und einen um 15% erhoehten Gewinn; und doch stuerzt der Aktienkurs ab um fast 10 Prozent. Die Finanzanalysten haben offensichtlich noch mehr erwartet und die Kurse bereits im voraus entsprechend steigen lassen. Nun fallen sie wieder.
Erfolgreiche Unternehmen geraten durch die Erwartung ewigen Wachstums in die Versuchung, ihre Akteinkurse durch optimistische Prognosen zu steigern und schaffen sich so den Druck, die geweckten Erwartungen um jeden Preis erfuellen zu muessen. Erfolgsserien sind gefaherlich, denn sie treiben die Erwartung, dass die Gewinner noch immer mehr Gewinn schaffen erbarmungslos an. Verwaltungsrat und Management sind in diesem Spiel jedoch nicht nur die Opfer der Finanzspezialisten und Spekulanten: in der Hoffnung auf noch hoehere Bonuszahlungen treiben sie vielerorts das Spiel wacker mit an und auf die Spitze.
Einmal auf den Geschmack des quellenden Geldflusses gekommen, liegt die Versuchung nah, das Geschaeftsvolumen, gelte es was es wolle, weiter aufzublaehen. Die Risiken und Nebenfolgen treten dabei in den Hintergrund.
So kam es, nicht nur bei der UBS, zu Fehlspekulationen, die bei nuechterner Betrachtungsweise niemals haetten auftreten koennen. Seit Monaten, wenn nicht seit Jahren wurde in der Presse auf die wachsenden Risiken der zu hohen Hypothekarbelastungen von Millionen Liegenschaften in den USA hingewiesen; vor allem auf die Tatsache, dass die Zins- und Amortisationszahlungen seitens der Hausbesitzer im Falle einer Zinserhoehung gefaehrdet sein wuerden, und dass dann eine Lawine von Zahlungsunfaehigkeit und Preiszusammenbruechen die Folge waere. Obwohl auch die Zinserhoehungen seit laengerer Zeit zu erwarten waren, wurden nicht nur weiter in unverantwortlicher Weise Hypotheken gewaehrt; Grossbanken wie die UBS, investierten in so hohem Ausmass in gefaehrdete Schuldzertifikate, dass beim schliesslich eintretenden Erdbeben Milliardenverluste entstanden. Sie werden nun von den Aktionaeren bezahlt; in Form von Kursverlusten und durch die Verduennung des Substanzwerts als Folge der neu ausgegebenen Aktien. Zu den indirekten Aktionaeren gehoeren alle Versicherten der Vorsorgewerke, die Aktien der UBS in ihren Portfolios fuehren – und das duerfte die Mehrzahl der erwerbstaetigen Bevoelkerung sein.
Die oeffentliche Meinung erwartet im Falle der UBS, dass fuer 2007 die Bonuszahlungen an Verwaltungsrat und Management ausfallen wuerden. Das ist allerdings keineswegs sicher und wird moeglicherweise fuer die Aktionaere auch nicht im Detail nachvollziehbar sein. Umso stossender empfinde ich die Aeusserung eines Chefbeamten des Zuercher Steueramts, der – im Hinblick auf die Steuereinnahmen – hofft, dass nach dem Ausfall eines steuerbaren Gewinns nicht auch noch die Boni gekuerzt werden.
Was muss wohl geschehen, bis sich ein gesellschaftlicher Konsen durchsetzt, dass finanzielle Vorteile nicht zulasten Anderer erzielt werden duerfen und ruecksichtsloses Eigennutzdenke gesellschaftlich geaechtet wird: mit den entsprechenden Gesetzgeberischen Konsequenzen.
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